BEWEGTE SCHULE IN SACHSEN

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KONZEPTIONELLE GRUNDLAGEN

 

 

 

 

 

Die theoretische Basis unseres Hauses der bewegten Schule besteht zunächst in einem Begriffsverständnis, das Bewegung aus anthropologischer Sicht definiert. Demnach ist Bewegung Erfahrungsorgan und Gestaltungsinstrument. (Grupe 1982, 75) Das heißt, dass der Mensch durch Bewegung die Welt erleben, erfahren, erkennen und gleichzeitig formen und gestalten kann.

Konkretisierend lassen sich dabei folgende Bedeutungsaspekte benennen:
• Bewegung ermöglicht differenzierte Wahrnehmungen
• Bewegung hilft beim kognitiven Lernen
• Bewegung fördert das soziale Lernen
• Bewegung regt die emotionale Erlebnisfähigkeit an
• Bewegung ist die Voraussetzung für die motorische und eine gesunde körperliche Entwicklung
• Bewegung unterstützt den Aufbau eines positiven Selbstkonzeptes

Diese Bedeutungsaspekte realisieren sich allerdings nicht im Selbstlauf. Die Bewegung des Menschen ist vielmehr etwas Erworbenes, woraus sich die Notwendigkeit einer Erziehung zur Bewegung ergibt. Eine solche Aufgabe aber kann nicht nur an das Fach Sport gebunden sein.
Bewegungserziehung ist eine in allen Fächern zu konkretisierende, die Lernbereiche übergreifende und auch den außerunterrichtlichen Bereich implizierende, umfassende Aufgabe der (Grund-)Schule.

Die Hauptzielstellung der Bewegungserziehung ist die Befähigung der Schüler zu individueller Handlungskompetenz, die darauf gerichtet ist durch Bewegung die Umwelt zu erfahren und zu gestalten.

Als Teilziele lassen sich konkretisieren:
• die Förderung der sinnlichen Wahrnehmung
• die stärkere Einbeziehung des kinästhetischen Analysators (Bewegungssinn)
• die Herausbildung von Sozial- und Selbstkompetenz
• die Erhöhung der Sensibilität für den eigenen Körper und Verstärkung emotionalen Erlebens
• die Schulung der Koordination
• die Verbesserung der Körperhaltung
• die Förderung der Bewegungssicherheit
• die Sensibilisierung für kulturelle Werte

Die Realisierung dieser Ziele benötigt eine Schule, die sich selbst in Bewegung setzt. Vorstellbar ist dies beispielsweise als ein Haus der bewegten Schule, in dem die nachfolgenden „Räume“ (Teilbereiche) ihren festen Platz haben.
• bewegter Unterricht,
bewegte Pause und
bewegtes Schulleben
Diese drei großen Bereiche stehen miteinander in Verbindung, bauen auf dem Schulsport als Fundament auf und weisen Bezüge zur Freizeit auf.
Wer nun seine Schule in Bewegung bringen möchte, kann hierbei zunächst einzelne „Räume“ betreten oder aber sofort den Versuch der Gestaltung einer bewegten Schule als Schulprogramm starten.

Bewegungsaktivitäten

• sollten engagiert in jedes Schulprogramm eingebracht werden
• können das Schulprogramm bestimmen > Bewegte Schule

 

 

 

 

 

Literatur:
Müller, Chr. & Dinter, A. (2013). Bewegte Schule für ALLE. Meißen: Unfallkasse Sachsen.
Grupe, O. (1982). Bewegung, Spiel und Leistung im Sport . Schorndorf: Hofmann.
Müller, Chr. (2010). Bewegte Grundschule. St. Augustin: Academia, 17-53.
Müller, Chr. & Petzold, R. (2006). Bewegte Schule. St. Augustin: Academia, 14-40.
Dinter, A. & Müller, Chr. (2008). Bewegte Schulen gestalten. Meißen: Unfallkasse Sachsen.