BEWEGTE SCHULE IN SACHSEN

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AUFLOCKERUNGSMINUTEN

 

 

 

 

 

Welcher Schüler kennt wohl nicht das Gefühl mitten in der Unterrichtsstunde: „Gleich fallen mir die Augen zu!“ Und analog als Lehrer: „Oh je, gleich hört mir gar keiner mehr zu!“
Dabei kann das Thema durchaus interessant sein und die Kinder auch Willens, dem Unterrichtsgeschehen zu folgen. Aber gerade in der 5. oder 6. Stunde fällt der „Kampf“ im vegetativen Nervensystem allzu oft zu Gunsten des „Ruhenervs“ (Parasympathikus) aus.
Was in solchen Situationen helfen kann, sind kleine Auflockerungsminuten, die anfangs sicher vom Lehrer angeleitet werden müssen. Eine kurze Unterbrechung des Unterrichts für Bewegungsübungen bewirkt manchmal wahre Wunder. Drei Minuten sind mitunter völlig ausreichend.
Bewegung aktiviert nämlich den Gegenspieler des „Ruhenervs“, den „Erregungsnerv“ (Sympathikus) und damit auch das Herz-Kreislauf-System. Bei rechtzeitiger Anwendung von Auflockerungsminuten, die in der Praxis meist ungeplant in den Unterrichtsverlauf eingebaut werden, kann Ermüdungserscheinungen erfolgreich begegnet werden. Frischluftzufuhr durch geöffnete Fenster unterstützen den Erfolg.
Die Formen der Auflockerung sind dabei überaus vielfältig, wie nachfolgende Strukturierung belegt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die nachfolgende kleine Auswahl an Beispielen soll deutlich machen, dass die Bewegung selbst keiner großen Bewegungserfahrungen bedürfen. Sie sind schnell erlernbar und nahezu ausnahmslos auf engen Raum umsetzbar. Wer längerfristig mit Auflockerung arbeitet, muss hierzu auch nicht mehr anleiten. Zunehmend können die Schüler zu größerer Selbstständigkeit im Umgang mit solchen Bewegungsübungen geführt werden. Ermahnungen zu Aufmerksamkeit, die den Unterricht letztlich auch nur stören, würden dann auf ein Minimum beschränkt bleiben.

 

 

 

 

 

Literatur:
Müller, Chr. (2010). Bewegte Grundschule. St. Augustin: Academia, S. 87-137.
Müller, Chr. & Petzold, R. (2014). Bewegte Schule. St. Augustin: Academia, S. 90-123.